STEINBACH. Die beiden Großbrände in Steinbach innerhalb von vier Wochen an landwirtschaftlichen Gebäuden bewegten auch die Gemüter bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach am Freitagabend im Feuerwehrgerätehaus. Beide Male war vorsätzliche Brandstiftung die Ursache, und die Unruhe, die diese Ereignisse in der Bevölkerung ausgelöst hat, ist auch bei der Feuerwehr in Steinbach zu spüren.
Der oder die Täter nehmen in Kauf, dass neben Hab und Gut auch Menschen einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind, verurteilte Stadtbrandinspektor Gerd Beller diese kriminellen Taten. Bei den zwei Feuern und auch beim Brand des Hauses dort im März vergangenen Jahres, bei dem der Besitzer umgekommen ist, zeigten sich der hervorragende Ausbildungsstand und die gute Zusammenarbeit zwischen der Steinbacher und Michelstädter Wehr, wie Beller und Steinbachs Wehrführer Michel Bomanns betonten. Dieses reibungslose Zusammenspiel der Einsatzkräfte sei bei gemeinsamen Übungen intensiv geprobt worden, so Beller. Gerade beim jüngsten Feuer im Anwesen Old, habe sich gezeigt, wie wichtig der schnelle Einsatz einer Wehr vor Ort sei. So sei eine Katastrophe verhindert worden.
Die Steinbacher Wehr habe ihre Schlagkraft und ihren guten Ausbildungsstand jetzt wieder unter Beweis gestellt und gezeigt, dass sich die Bevölkerung auf sie verlassen kann, betonte der Erste Stadtrat Jürgen Schmidt. Für den Steinbacher Ortsbeirat lobte Graf Raimund zu Erbach-Fürstenau vor allem die Harmonie und das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt bei der Wehr. Der Ausbildung von Atemschutzträgern komme durch die veränderte Bauweise der Gebäude immer mehr Bedeutung zu, so Beller. Ebenso sei es unerlässlich, die veraltete Brandschutzkleidung der Stadtwehren zu ersetzen. Die Stadt habe dafür dankenswerter Weise 80 000 Euro im Haushalt 2009 eingestellt.
Neben den Brandeinsätzen war die Steinbacher Wehr auch beim Unwetter Anfang März stark gefordert, gab Wehrführer Bomanns bekannt. Dazu kamen einige technische Hilfeleistungen und drei Insektenbeseitigungen. Zu diesen insgesamt zwölf Einsätzen kamen Brandsicherungsdienste bei örtlichen Veranstaltungen und beim Bienenmarkt. Einige Aktive hatten sich in Lehrgängen weitergebildet. Erhöht werden müsse die Zahl der Atemschutzträger. An diesem Manko werde man in den nächsten Jahren arbeiten. Bei 24 Einsatzkräften verfügt die Steinbacher Wehr über fünf Zug- und drei Gruppenführer, Spiegelbild des guten Ausbildungsstandes. Zur Ehren- und Altersabteilung gehören 16 Personen. Aus Vereinsmitteln wurde einiges zur Erneuerung und Vervollständigung der Bekleidung und Ausrüstung angeschafft.
Gemeinsam werden die beiden Wehren aus Steinbach und Michelstadt den Kreisjugendfeuerwehrtag vom 17. bis 19. Juli ausrichten. Bomanns lobte den guten Übungsbesuch und überreichte den fleißigsten Teilnehmern Mehmet Göl, Rolf Hofferberth und Steffen Klar Geschenke.
Wie Wehrvorsitzender Jochen Hofferberth mitteilte, zahlen 379 passive Mitglieder ihren Beitrag. Trotz des frühen Termins (1. Mai) sei das Wäldchenfest sehr gut besucht, auch der Feuerwehrball im November erfreute sich eines guten Zuspruchs. Die Pflege der Kameradschaft kam nicht zu kurz.
Jugendfeuerwehrwart Uwe Bauer gab bekannt, dass zur Zeit neun Jugendliche aktiv sind. Vier Kinder gehören der Minifeuerwehr an. Für den Spielmannszug, der zu Beginn und am Ende der Versammlung musizierte, gab Stabführer Harald Löb die Mitgliederzahl mit 15 an, darunter drei Kinder; über weiteren Zulauf wäre er dankbar. Vielbrunner Spielleute springen bei personellen Engpässen immer wieder ein und unterstützen die Steinbacher.
Dass die Feuerwehr über einen gesunden finanziellen Grundstock verfügt, wurde aus den Zahlen ersichtlich, die Rechner Gerhard Kunz vortrug. Der Vorstand wurde schließlich einstimmig entlastet.