Mammutfest läuft wie am Schnürchen



Kreisfeuerwehrtag: Drei Jubiläen liefern den Anlass für ausgelassene Tage in Schöllenbach – Lob für die Organisatoren
SCHÖLLENBACH. 


Mit dem Schellenbaum voran beteiligte sich der Musikzug Lützel-Wiebelsbach am Umzug in Schöllenbach. Foto: EKkehard Canis
Wer dachte, das schaffen die nie, die Schöllenbacher, gleich drei Jubiläen auf einen Streich zu feiern – 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 50 Jahre Spielmannszug und 40 Jahre Jugendfeuerwehr und auch noch Gastgeber für den Kreisfeuerwehrtag – der irrte sich gewaltig. Denn von Donnerstag bis einschließlich Montag wurde in Schöllenbach gefeiert, was das Zeug hielt.
Am Ortseingang war der Bolzplatz zur Festwiese umfunktioniert worden, dort stand auch das große, 2000 Personen fassende Festzelt. Dort wurden die Festreden gehalten, Glückwünsche der befreundeten Vereine überbracht, dort spielten die Feuerwehrkapellen zur Unterhaltung und dort saßen schließlich alle Gäste gemütlich zusammen. Um keinen Unmut aufkommen zu lassen, weil das bestellte Essen oder Getränk zu lange auf sich warten ließ, hatten die Schöllenbacher Organisatoren eine logistische Glanzleistung vollbracht. Vierhundertvier Arbeitsschichten wurden gefahren mit 262 verschiedenen Helfern, und das bei einer Einwohnerzahl des Ortes von 240. So war es für viele aus den Nachbargemeinden eine Selbstverständlichkeit, mit anzupacken, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Die erste Gelegenheit dazu boten die Jugendfeuerwehrwettspiele, die sich bei schönstem Wetter und auch noch am Feiertag als Publikumsmagnet erwiesen. Mit einer Sternfahrt der Wehren und anschließendem Bieranstich wurde am Freitagabend der Kreisfeuerwehrtag eröffnet. Die Feuerwehrveteranen des Odenwaldkreises trafen sich am Samstagnachmittag. Dieses Treffen ist bei den Ehemaligen äußerst beliebt, denn viele Gemeinsamkeiten aus der Vergangenheit sind immer ein gutes Gespräch wert. Am Samstag spielte das „Gamsbart Trio“ zur Unterhaltung, für viele wurde es eine schöne, lange Nacht. Als eigentlicher Höhepunkt des Festes aber wurden am Sonntag der Festgottesdienst und der anschließende Frühschoppen gesehen.
Danach nahmen 48 Feuerwehrgruppen aus befreundeten Städten und Gemeinden Aufstellung für den Festumzug. Sieben Musikgruppen begleiteten den langen, bunten Zug, jede Gruppe war durch mitgeführte Vereinsfahnen, Schilder mit Namen und Standort gekennzeichnet. Langsam bewegte sich der Zug durch den Ort an der Ehrentribüne vorbei zum Festplatz, begleitet von Beifall. An allen Tagen der Veranstaltung wurden Lose verkauft, und wer Glück hatte, konnte eine Fahrt mit einem Heißluftballon gewinnen und das Fest aus der Höhe betrachten. Das musikalische Freundschaftsspiel der Spielmannszüge und Musikgruppen begeisterte viele im Festzelt, für weitere Unterhaltung sorgten die „Schloßauer Musikanten“. Den Ausklang bildeten am Montag ein Spielenachmittag für die Kinder und ein Unterhaltungsabend für die Erwachsenen. Bei Letzterem spielte die Feuerwehrkapelle aus Waldkatzbach.
Der kleine Hessenecker Ortsteil Schöllenbach hat es tatsächlich geschafft, ein Mammutfest auszurichten und an fünf Tagen vielen Menschen Freude und Unterhaltung zu bieten.


Odenwälder Echo