Grossaufgebot am Schloss Fürstenau


Feuerwehr-Übung: Michelstädter Brandschützer bewältigen knifflige Aufgabe vor historischer Steinbacher Kulisse

STEINBACH. 
Stattliche Kulisse: Bei einer Feuerwehr-Großübung auf dem Areal des Schlosses Fürstenau bewiesen die Michelstädter Einsatzkräfte am Wochenende ihr Können.
Die historische Kulisse von Schloss Fürstenau in Steinbach bildete am Freitagabend den Schauplatz für eine spektakuläre Gemeinschaftsübung der Feuerwehren des Stadtbereichs Michelstadt. Das Einssatzszenario: Ein Brand in der Beschließerei im nördlichen Teil des Areals, der sich rasch auf das daran angrenzende neue Palais ausbreitete. An die Beschließerei ist das neue Palais, das von 1808 bis 1814 errichtet wurde, angebaut. So bestand also die Gefahr, dass beide Gebäude den Flammen zum Opfer fallen und sich das Feuer auf die Remise und die angrenzenden Gebäude ausdehnen könnte. Erschwerend bei dem kniffligen Einsatz kam hinzu, dass sich in der Beschließerei noch Menschen befanden, die wegen der Rauchentwicklung nicht durch das Treppenhaus in den Schlosshof gelangen konnten.
Auch logistisch gab es für die Wehrmänner einige Hürden zu nehmen, denn durch das schmale und nicht allzu hohe Schlosstor an der Schlossstraße konnten die größeren Einsatzfahrzeuge nicht in den Schlosshof gelangen, so dass diese umgeleitet und die Zufahrt von der Einhardstraße nahe des Parkplatzes benutzen mussten.
Dass all diese Schwierigkeiten gemeistert und der fiktive Großbrand effektiv bekämpft wurde, davon überzeugten sich neben Bürgermeister Stephan Kelbert, Stadtverordnetenvorsteher Dieter Müller und dem Steinbacher Ortsvorsteher Hans Klar auch zahlreiche Zuschauer, die ein nahezu reibungsloses Zusammenspiel der Einsatzkräfte erlebten.


Wenige Minuten nach der Alarmierung waren die Wehrmänner aus Steinbach und Michelstadt, die als erstes gerufen wurden, zur Stelle. Neben der Brandbekämpfung vom Hof und von der Drehleiter galt der Rettung der noch in der Beschließerei befindlichen Personen oberste Priorität.
Unterstützt wurden die Atemschutzträger der beiden Feuerwehren von Kräften des THW Michelstadt, das die zum Teil auch mit der Drehleiter Geborgenen zum Versorgungsplatz der DRK-Bereitschaften Michelstadt und Vielbrunn, der sich gleich neben dem Schlosseingang befand, beförderte.
Außerdem befreiten Kräfte des THW eine Person, die außerhalb des Schlosses unter einen dort liegenden Baumstamm geraten war und übernahmen die Verkehrsregelung auf der Walter-Rathenau-Allee beim Hochhaus und bei der Einhardstraße/Kreuzung Schlossstraße.
Nach und nach wurden schließlich die Feuerwehren aus Stockheim, Rehbach und Steinbuch nachalarmiert und später auch noch die Brandschützer aus Vielbrunn, Weiten-Gesäß und Würzberg. Die Koordination der Großübung hatte die Technische Einsatzleitung Mitte (TEL-Mitte) des Odenwaldkreises, die nach Ausweitung des Brandes gerufen wurde.
Zuckende Blaulichter der vielen Einsatzfahrzeuge im Schlosshof und außerhalb, zusätzlich erhellt durch starkes Scheinwerferlicht und zerstäubtes Wasser aus den Rohren der


Wehren: Dem Betrachter bot sich ein unwirklicher Anblick.
Das Löschwasser stammte aus Tanklöschfahrzeugen und aus den nahe gelegenen Hydranten des örtlichen Wassernetzes sowie aus der Mümling. Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet, im Schlosshof zog Stadtbrandinspektor Gerd Beller, dem die Gesamtleitung des Einsatzes oblag, ein positives Fazit.
Besonderer Dank galt natürlich auch dem Schlossherren, Graf Raimund zur Erbach-Fürstenau. Insgesamt nahmen 34 Fahrzeuge, 110 Feuerwehrleute aus den Stadtwehren, 17 Jugendwehrangehörige aus Steinbach und Michelstadt,16 Einsatzkräfte der Technischen Einsatzleitung Mitte, 15 THW-Kräfte und zehn DRK-Helfer an der Großübung teil. Knapp 1,7 Kilometer Schlauch wurden verlegt, aus 24 Strahlrohren ergoss sich das Löschwasser auf das angenommene Brandobjekt. Die Personenrettung übernahmen acht Atemschutzträger.
Lob für den eindrucksvollen Einsatz der Hilfskräfte bei der Übung zollten Bürgermeister Stephan Kelbert und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Müller.
Kelberts Vorschlag, zu solchen Übungen auch Schulklassen einzuladen, um deren Interesse für den Brandschutzdienst zu wecken, dürfte bei den Einsatzkräften auf offene Ohren stoßen.
Diese eindrucksvolle Schauspiel an historischer Stelle habe gezeigt, wie wichtig und vielfältig der Dienst in den Hilfsorganisationen ist, meinten die beiden Stadtoberen übereinstimmend.

Odenwälder Echo
Gerd Waßner