Brandschutz: Michelstädter Feuerwehren proben den Ernstfall im »Hüttenwerk« - 140 Helfer im Einsatz
ASSELBRUNN.
Der beim Unteren Hammer auf Steinbacher Gelände beheimatete Gewerbepark Hüttenwerk war Samstagnachmittag Schauplatz der Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Michelstadt. Wo vor rund 400 Jahren Eisen gehüttet und später weltweit bekannte Landmaschinen hergestellt wurden, hat sich auf dem großflächigen Areal neben verschiedenen Fabrikations- und Gewerbebetrieben das Veranstaltungslokal »Hüttenwerk« mit einem vielseitigen Unterhaltungsangebot etabliert.
Das der Feuerwehrübung zugrunde liegende Szenario sah wie folgt aus: In dem rund 400 Personen fassenden Veranstaltungsraum des »Hüttenwerks« feiern etwa 150 Jugendliche zünftig eine Fete, als nach einem Kurzschluss in der Elektroinstallation das Licht ausgeht, beißender Qualm entsteht und ein Brand sich rasch ausbreitet.
Nach mehreren Notrufen alarmiert die Zentrale Leitstelle Odenwaldkreis die zum Stadtbereich zählenden Wehren. Schnell sind die Löschzüge aus der Kernstadt und den nahen Stadtteilen vor Ort. Über Funk vom Geschehen informiert, ist die Rettung der noch im Gebäude befindlichen Menschen und deren Übergabe an die DRK-Helfer zur Erstversorgung und Abtransport zum Krankenhaus vordringliche Aufgabe.
Gleichzeitig sind Brandbekämpfung im Innenangriff unter umluftunabhängigem Atemschutz und eine Eindämmung der Flammen von außen angesagt. Die Löschwasserversorgung erfolgt aus der direkt am Objekt vorbei fließenden Mümling und verschiedenen Hydranten auf dem Betriebsgelände.
Die unter Leitung von Einsatzabschnittsleiter Reiner Mohr stehenden Löschzüge aus Michelstadt, Steinbach mit Rehbach und Steinbach konzentrieren ihre Anstrengungen auf die Brandbekämpfung und die Übergabe der Verletzten an den Rettungsdienst. Während Einsatzabschnittsleiter Frank Wörner die Helfer aus Stockheim, Vielbrunn und Würzberg über das Grundstück Kaser zur Brandbekämpfung in Stellung bringt, gehen unter Anweisung von Einsatzleiter Guido Trenner weitere Kräfte aus der Kernstadt und Weiten-Gesäß von der Westseite des Areals her gegen die lodernden Flammen an.
Die Versorgung der Verletzten und deren Abtransport zum Krankenhaus erfolgt in Koordination durch die DRK-Helfer aus Michelstadt, Vielbrunn und Würzberg. Die Einsatzleitung liegt bei Stadtbrandinspektor Gerd Beller und dessen Stellvertreter Michel Bomans.
Bei der Manöverkritik in der Odenwaldhalle würdigte Stadtbrandinspektor Beller das bei dieser Großübung vorbildliche Zusammenwirken der verschiedenen Trupps. Das Gelände sei so groß, dass an Stelle von mehreren Einzelübungen diesmal alle Wehren und DRK-Bereitschaften aus dem Stadtbereich gemeinsam hätten gefordert werden können.
Insgesamt waren 121 Rettungskräfte, 19 DRK-Helfer und 25 Fahrzeuge im Einsatz. Zur Brandbekämpfung aus 25 Rohren mussten 1900 Meter Schlauch verlegt werden.
Bürgermeister Stephan Kelbert bezeichnete die freiwillig erbrachte stete Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkräfte als beispielhaft für andere Gruppierungen. Stadtverordnetenvorsteher Dieter Müller unterstrich das Ansehen, das die örtlichen Hilfsorganisationen in der Bevölkerung genießen. Kein Wunder - wurde doch allein die Feuerwehr in diesem Jahr bisher zu 138 Einsätzen gerufen. Für kommenden Freitag hat sich Hessens Innenminister Boris Rhein angesagt, um in einer Feier den vielfältigen Einsatz der Hilfsorganisation mit der Auszeichnung »Wehr des Monats« zu würdigen.
Odenwälder Echo